Amsterdam Dance Event 2008

Interview mit Louie Vega

Louie Vega

Erste Frage: Was ist mit Deinem berühmten MAW Diamant-Anhänger passiert?
Vega: Arrrr… der arme Anhänger! Er ist in Miami irgendwo. Irgend ein glückliches Zimmermädchen wird in haben, oder sonst wer. Es war ein Geschenk von Kenny welches ich vor 10 Jahren bekommen haben. Als ich in Miami war, hat mein Sohn den Anhänger getragen. Wir nehmen an, dass er irgendwo beim Sofa hinunter gefallen sein muss. Das war ein sehr schönes Stück. Aber ich lasse mir eine neuen machen.

Wir haben kürzlich ein Video von Dir gesehen, dass Dich beim DJ’ing in Miami zeigt. War das Deine Mutter welche bei Dir abgetanzt hat? Begleitet Sie Dich öfters an Deine Gigs?
Weisst Du, unsere Leute hier in den Staaten sind sehr familiär. Meine Mama, mein Schwestern und deren Töchter, sie alle kommen, und sie lieben diese Musik. Ja, meine Mama war da am rocken und die andere Lady ist meine Tante!

Die Musik welche Andere gespielt haben, hat sie Deinen Stil beeinflusst als Du aufgewachsen bist?
Wie Du weisst habe ich einen Latin-Background. Salsa war somit ein grosser Teil in meinen jungen Jahren. Ich hatte einen sehr bekannten Sänger als Onkel, er hiess Hector Lavoue und war beim Label Phonia unter Vertrag. Ich habe auch andere Musik von Elton John, Steely Dan und Stevie Wonder gehört. Natürlich haben mich auch meine Schwester beeinflusst. In den späten 70er und 80er waren Sie in den Club die Queens und brachten mir Musik aus Clubs wie Zanibar, Loft, Paradise Garage und The Gallery.

Warst Du je in einem der Clubs?
Ich ging als 15 jähriger ins Garage, ich erinnere mich das Larry Levan gespielt hat als ich drinnen war. Er spielte Candido - “Thousand finger man” und Street Player - “Chicago”. Alles Musik die uns massgeblich inspiriert hat. Gelegentlich spiele ich auch heute noch die Tracks von damals. Larry Levan spielte auf einer fetten Anlage, dann die Art wie er spielte, die Effekte und Accapellas welche er in das Set mixte es war einfach stark und er wusste das Publikum mit zu reissen.

Man kann also sagen, dass er ein Vorbild für Dich war?
Ja, er war ein Vorbild für mich; als Dj wie auch als Produzent. Er remixte und produzierte tonnen von grossen Stücken wie die Beach Boys, Grace Jones, Gwen Guthrie und Mick Jagger.

Meinst Du, Du hast nun den selben Status erreicht wie er?
Ah man… Ich denke nicht das ich soweit gehen kann um das zu behaupten. Aber zu der Zeit gab es eine menge von guten DJ’s. Beispielsweise Tony Humpries mit seinen legendären Nächten im Zanzibar. Es war einfach verrückt damals in New York! Da waren 10 oder 15 Clubs in der Grösse des Ministry of Sound mit fetten Sound Systemen. Zwischen 1985 und 1990, da war ich noch zarte 20 Jahre jung, spielte ich jeden Freitag und Samstag für ca. 2′500 bis 3′000 Clubber, und das jedes Weekend!

Was ist mit Deiner legendären Underground Network Party?
Ich hab mir für einige Jahre eine Auszeit genommen, dann habe ich Don Welsh kennen gelernt. Er war damals der Partner von Barbara Tuckers. Er hat bereits die Underground Network Party-Serie am laufen im Elite. Er bot mir an am Mittwoch die Residenz zu übernehmen. Später kam er mit der Idee daraus eine Musik Industrie Party zu machen an welcher sich alle grossen Köpfe der Szene treffen. Wir waren dann einmal im Sound Factory und haben Frankie Knuckles spielen gehört. Es war eine groovige Party und wir liebten den Club.

Ich glaub das war Deine erste Residency?
Ja das war meine erste Residency als House Dj, zuvor habe ich Sachen wie Latin, Hip Hop, Reggae und R&B gespielt. In den später 80er habe ich Todd Terry getroffen. Wir waren oft zusammen und einmal da sagte er zu mir”Man I doing a lot of records at the moment, will you mix them for me?” Wenn Du Dir die frühen Schallplaten von Todd anschaust, dann siehst Du meinen Namen drauf. Scheiben wie “Just make that Move”, “The beat Goes On”, “Give Yourself to Me”. Todd und ich wurden echt gute Freunde und wir verbrachten sehr viel Zeit zusammen.

Denkst Du, dass Strictly Rhythm Deine Karriere gestartet hat, im speziellen Deine Songs wie Beautiful People?
Ich würde sagen als House Produzen, YES! Strictly Rhythm gab mir die Möglichkeit eine vielzahl von Ideen umzusetzen. Mark Finkelstein war der Mann im Hintergrund und managte das Business, aber Glady Pizarro war die kreative Seite von Strictly Rhythm. Sie war immer unterwegs, im Ausgang, besuchte die Clubs, wusste immer was angesagt ist und wusste was als nächstes ein Trend wurde. Sie sagte immer zu mir: “What you got thats new?”. Ich hab sie und Michael White von Nervous morgens um drei angerufen. Ich sagt “I have this record and it real hot!” Ich hatte diese Idee, schrieb es nieder und sie flippten aus! India, Lem Springstein, Dereck Whittaker und ich haben dann den Song “Beautiful people” geschrieben und später noch “Deep inside”.

Was ist hinter der Story mit Deep Inside?
Ich hatte diese Idee für einen Groove und ich wollte, dass Barbara Tucker die Vocals übernimmt, denn sie sang zu der Zeit immer an den Underground Network Parties. Also machten wir den Song. Ursprünglich hatte sie nur einen kleinen Part mit dem Text “Deep Down Inside, Deep Deep Down inside”. Doch plötzlich hatte ich eine neue Idee. Ich ging zurück ins Studio, hab den Groove umgeschrieben und daraus ist dann “Deep Inside” entstanden. Mit diesem Song fand dann auch Barbara’s Stimme den Anschluss in die House Szene.

Aber was habe ich da gehört über einen damals aufkommenden Superstar DJ der Dir ausgeholfen hat?
Witzig, es ist eine so kleine Welt! Als ich den Sample hatte musste ich in ein Studio. Ein junger Boy hat mir ausgeholfen. Er hatte ein winziges Studio in einem Zimmer in seinem Haus. Es stellt sich heraus, dass der junge Engineer niemand geringerer war als Erick Morillo. Der junge Eric Morillo war der Engineer zu “Deep Inside”. Ich konnte nicht glauben, wie das Stück ab ging!

Es wurde zum Lieblings-Track aller Housemusic-Anhänger!
Es war wild was da geschah! Ich erinnere mich, wie ich in Italien war und die Reaktionen der Clubber studierte. Das ging einfach riesig ab. Es ist einfach ein klassischer Groove der mitreisst!

Was denkst Du, welche Leute setzen heute den Standard für Housemusic?
Ich liebe kreative Leute wie Henrik Schwarz, Dennis Ferrer, Ame, Mr V, Alix Alvarez, Will Rodriguez von West Coast, Frank Roger oder Joe Clausell. Die Jungs kommen mit echt verrückten Dingen. Eben so im Mainstream Bereich wie Bob Sinclar und Martin Solveig. Da draussen gibt es viele gute Sounds. Es ist die Arbeit eines Dj und Produzenten seinen Stil zu finden und sein Ding durch zu ziehen. Perfekt ist es, wenn Du an einem Song gleich erkennst von welchem Produzenten das Stück sein. Dann hast Du es geschafft.

Beschreib mir so gut es geht, welchen Sound Du spielst.
Es ist schwierig das einzugrenzen. Die meisten würden natürlich sagen Latin House. Aber es nicht nur Latin. Da sind Diva Vocal, Soul Music, brazilianische Musik und Jazz über minimalistische Tracks… Da gibt es so viele Stile die ich in den letzten Jahren zusammen gemischt habe.

Du folgst also nicht den Trends, sondern spielst was Du für richtig hältst?
Ganz genau! Es gibt die magst Du und es gibt Ding die magst Du nicht. Ich spiele Musik von der ich überzeugt bin, dass sie mich bewegt, die mich erfrischt. Es ist wie Its how you play the particular song, you can see the reaction from the people. how you bring it in, what you do to create a dynamic..You can make a crowd sing a song just by the way your are playing it, you can accent parts that people what to sing it or say it, even if they haven’t heard that song before.
When I play there is a certain energy, I got to admit it now to this day as I have inspired a lot of people and it feels really good to have touched and inspired these people, I’m proud and honoured to be able to do that, weather it’s a DJ or a person on the dancefloor.

Die Musik ist im Moment in einer Übergangsphase. Wie ist die Veränderung für Dich? Besser oder schlechter?
Vor allem ändert sich das Medium auf welchem die Musik gespeichert ist. Das Vinyl verschwindet langsam, über 15 Jahre lang war Vinyl das Medium und nun wird es immer mehr eine puristische Sache. Bei meinen Releases auf Vega Records achte ich aber, dass auch noch Vinyl-Ausgaben gibt. Als DJ liegt mir das Vinyl natürlich am Herzen! Wenn ich auf Reisen bin spiele ich zwar meistens ab CD weil es einfacher ist. Aber daheim habe ich eine riesige Sammlung von Vinyl!

Spielst Du auch ab einem Laptop?
I have Serrato???” Ich hab es einmal probiert, aber es liegt mir nicht! Es ist grossartig, man hat Tonnen von Musik immer dabei. Das ganze digitale Zeug ist einfach toll für selbständige und kleine Labels. Ohne viel Geld, Marketing und Aufwand können Sie Ihre Tracks in verschiedenen Online-Stores auf der ganzen Welt verkaufen. Eine gute Startmöglichkeit.

Was war Dein bestes DJ-Erlebnis bisher?
Das war am Strand von Miami! Es war umwerfend! Meine Mutter war da, meine Frau, mein Sohn und all meine Freunde aus allen Ecken der Welt! Wir hatten eine geile Zeit am Strand! Besonders mit den Live-Performance von Anane, Mr V und Nina mit dem Cerrone Song. “It was such a great party.Alles in allem klingt es so als wärst Du sehr beschäftigt.
Im Moment bin ich auf Tour. Dann arbeite ich noch mit Kenny an einigen Masters at Work Projekten. Wir sind beide sehr glücklich über unsere Strictly Rhythm Doppel-CD Compilation. Auf der CD ist auch neuer Remix vom Track “Love and Happiness”. Da haben wir jetzt auch zwei weitere Mixes erstellt. Es macht einfach Freude wieder bei Strictly zurück zu sein.

Das Interview wurde geführt von Toni Tambourine (Defected) und Louie Vega (Masters at Work). Groovenite.com hat die Erlaubnis erhalten, für Euch das Interview zu übersetzen und zu veröffentlichen. Unser Dank geht an Toni und Defected.

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